
DIMMU BORGIR
Grand Serpent Rising
Eins vorweg – wer auf eine
Fortsetzung des epischen Bombasts des Vorgängers „Eonian“ gehofft hatte, wird
hier enttäuscht. Und doch wieder nicht. Aber der Reihe nach… „Eonian“ ist mein
Lieblingsalbum der Band, auch wenn das Black Metal-Puristen sicher eher
entsetzen wird (könnte mir allerdings nicht gleichgültiger sein). Und nachdem
ich das geile erste Video von „Ulvgjeld & Blodsodel“ gesehen hatte,
war ich voller Vorfreude, nur um dann bei Song Nr. 2, den es vorab gab, voll
eine eingefahren zu bekommen, denn „Ascent“ kam dann eher Knüppel-aus-dem-Sack
mäßig daher. Egal, VÖ des Albums abgewartet und gleich am ersten Tag mehrere
Male durchgehört. Und was soll ich sagen, trotz des Zuückfahrens der
orchestralen Elemente bei gleichzeitiger Zunahme heftigerer Momente sind die
Songs einfach zu gut, um deswegen in die Tonne geklopft zu werden. Was es hier
an teils melodisch-geilen Soli zu hören gibt („The Exonerated“ z.B.), haut
einen um. Und wie gut das alles arrangiert und produziert wurde, läßt einen
ziemlich sprachlos zurück. Sehr geil auch das Into „Tridentium“ mit dem Spoken
Part, welcher so genial in das bereits erwähnte „Ascent“ übergeht, das
ebenfalls auf norwegisch gesungene „Slik Minnes en Alkymist“ ragt als mein
Favorit auf der Platte heraus, die mit dem Outro „Gjoll“ beeindruckend zum
Abschluß gebracht wird. Selten eine geilere Verbindung zwischen Atmosphäre,
Epik und Brutalität gehört wie hier. Und auch wenn das Album mit fast 70
Minuten richtig viel Aufmerksamkeit erfordert, wird es nicht eine Sekunde langweilig
oder ermüdend, so gut sind die Songs. Absolute Kaufempfehlung!
Frank