Home
 SLAYER - Hell Awaits - 2026

 

SLAYER

Hell Awaits (40th Anniversary Edition)

 
Ich mag einer Minderheit angehören, aber als ich das sehnsüchtig erwartete neue Album damals `85 gekauft habe, war ich ein wenig enttäuscht. Ich fuhr voll auf das Debut „Show no Mercy“ ab (tue ich immer noch) und tat mich sowohl mit den Songs auf „Hell Awaits“ als auch mit der Produktion schwer. Der Titelsong ist nach wie vor klasse, mit dem Rest wurde ich erst im Laufe der Jahrzehnte so richtig warm, der Sound (Drums und Vocals zu laut, Gitarren zu leise) tat sein übriges dazu. Dennoch keine Frage, daß ich mich auf diese Jubiläumsausgabe gefreut habe; ich habe diese neue Ausgabe mit dem Digipack-Remaster verglichen und man kann schon einen deutlichen Unterschied feststellen. Kommt das Remaster höhenlastig daher, haben wir es bei der neuen Ausgabe glücklicherweise mit einer Verbesserung zu tun; die Tieftöne kommen satt und verstärken den Druck endlich da, wo es das Original vermissen ließ und die Gitarren kommen einen Tick fetter und lauter als Ergebnis. Songs wie „At Dawn they sleep“ oder „Crypts of Eternity“ machen jetzt noch mehr Spaß und der mit dem Anfang vom Titelsong endende Rauswerfer „Hardening of the Arteries“ haut richtig rein. Sehr schön!

 

Weniger schön wird´s dann bei den beiden Bonus-CDs mit dem 85er Konzert aus Bochum (die Zeche dort war ebenso Stamm-Anlaufstelle für alle geilen Bands damals wie die RoFa in LB, wo wir uns ständig aufhielten). Die Songauswahl ist legendär, weil es halt auch nur alte Sachen gab, von „Chemical Warfare“ und „Haunting the Chapel“ bis „The Final Command“, „Show no Mercy“, „Black Magic“ und „The Antichrist“ ist alles vorhanden, was das Herz eines Fans der ersten Stunde höher schlagen läßt. Aber Leute….die Soundqualität hat Bootleg-Format und damit kann ich nur wenig anfangen. Hätte man das nicht besser hinbekommen können? Wann immer eine der Gitarren ein Anfangsriff spielt, ist´s okay, wenn dann aber die zweite Gitarre sowie die Drums einsetzen, wird’s matschig und chaotisch. Bei „Live Undead“ hat man doch gesehen, wie man ein geiles Live-Dokument machen kann, die 7 Songs dort ziehe ich den insgesamt 18 der beiden hier vorhandenen CDs allemal vor. Hinzu kommt, daß Tom Arayas Stimme bereits erste Ausfallerscheinungen zeigt und manchmal schon arg gewöhnungsbedürftig schief rüberkommt.

 

Hätte ich dafür 70 oder 80 Euro ausgegeben, würde ich mir wohin beißen. Ihr habt richtig gelesen, obwohl ich die Box viele Wochen auf dem Einkaufszettel hatte, habe ich sie mir nicht gekauft, weil ich die Preisgestaltung unverschämt finde – Preise weit jenseits der 70,--€ bei allen relevanten Anbietern für 3 CDs und ein Booklet ist schlicht ein Witz. Und wenn solch einer auf meine Kosten gehen soll, dann strecke ich den Mittelfinger. Man muß auch als eingefleischter Fan nicht alles mitmachen, was einem die Scheiß Plattenfirmen bzw Online Anbieter hinwerfen (und mir ist das nicht leicht gefallen, glaubt´s mir…ich hätte das Booklet sehr gerne gelesen und die ganzen Photos gesehen…).

 

So beschränkt sich diese Kritik auf die Online bei youtube komplett hochgeladenen Scheiben, gehört sowohl über JBL-Soundsystem im einen Auto als auch mit Sony Bluetooth Headphones zuhause (Beats-Soundsystem im anderen Auto folgt noch, wird aber sicher keine anderen Eindrücke vermitteln, denke ich).

 

Bleibt unter dem Strich eine überteuerte Jubiläumsausgabe, bei der mich die auf Bootleg-Niveau befindlichen Live-Aufnahmen sowie ein dickes Booklet erst dann in Versuchung führen, wenn der Preis runtergehen sollte. Und falls nicht, dann bleibt es bei meiner Enthaltung. Schade eigentlich…

 

Frank

Zum Inhaltsverzeichnis....