
CRIMSON GLORY
Chasing the Hydra
Gleich mal eins vorweg: Kein
Sänger, egal wie gut er ist, kann Midnight ersetzen. Ende. Daß er nicht mehr
unter uns weilt, ist niemandes Schuld (RIP an einen der besten Sänger ever) und
man kann es der Band nicht verübeln, daß sie einen weiteren Versuch unternimmt,
nochmal für Aufsehen zu sorgen. Immerhin 3/5 der Besetzung, welche die beiden
legendären Alben Crimson Glory und Transcendence aufgenommen hat, ist am Start.
Und der neue Sänger Travis Wills macht seine Sache großartig, ähnelt Midnight
(wenn man so einem Ausnahmekönner überhaupt ähneln kann) und singt sehr gut. Eingängig
ist das Ganze nicht, was man der Band hoch anrechnen muß, der Titelsong oder
„Broken together“ sind ganz und gar nicht leicht verdaulich und doch hat gerade
letzt genannter Song tolle Melodien im Stile der alten CG. „Angel in my
Nightmare“ ist auch ein klasse Song, mit viel melodischen Gitarren und
Abwechslung, sehr geil! Etwas sperriger geht’s mit „Indelible Ashes“ weiter,
welches mir aber ebenfalls gut gefällt. „Pearls of Dust“ ist noch erwähnenswert
und sperrig, ebenso wie das abschließende „Triskaideka“. Unterm Strich
verbleibt eine auf jeden Fall gute Scheibe ohne absoluten Übersong aber dafür
beinahe durchgehend gutklassigem Material. Ob das allerdings reichen wird, an
alte Zeiten anzuknüpfen? Denn bei aller Qualität, die beiden ersten Alben
bleiben unerreicht. Andererseits geht das den meisten heute noch aktiven Bands
von damals so. Würde ich mir gern mal live anschauen.
Frank